Christiane Fichtner

 

 

 


Biografie 032

 

Christiane Fichtner wurde am 25.05.1974 in Tübingen geboren. Ihr Vater war der Medizinhistoriker Gerhard Fichtner. Er war einer der bedeutendsten Freud-Forscher des 20. Jahrhunderts.

Christiane wurde Kostümbildnerin und Modedesignerin. Ihre Projekte wurden gelegentlich auf Ausstellungen und in Modezeitschriften vorgestellt. So wurde Elisabeth Murdoch, Tochter des Medienmoguls Rupert Murdoch (u.a. Eigentümer der „Times“), auf Christiane aufmerksam. Sie lud Christiane ein, für sie Kostüm und Hut für das traditionsreiche Pferderennen Royal Ascot entwerfen – für die Damen, die diese Veranstaltung besuchen ist ein Hut obligatorisch. Im Jahre 2001 heiratete Elisabeth Murdoch Matthew Freud, einen Urenkel Sigmund Freuds. Christiane lernte ihn noch im gleichen Jahr kennen und war fasziniert von ihm: Matthew hatte Beziehungen zu einflußreichen Unternehmern und Politikern. So gehörten zu den Gästen seiner Geburtstagsfeiern regelmäßig Tony Blair, David Cameron und George Osborne. Über seinen Urgroßvater wußte er nicht annähernd soviel wie Christiane. Sie war gleichsam mit Sigmund Freud aufgewachsen. Hatte doch ihr Vater zu Hause immer wieder von seinen Forschungen erzählt: Wie er unveröffentlichte Briefe Freuds entdeckte, wie er Freuds ersten Patienten auf die Spur kam, wie er die Besitzvermerke und Randbemerkungen auf den Büchern von Freuds Bibliothek transkribiert und ausgewertet hatte usw. So hatte Christianes Vater ein Mosaiksteinchen nach dem andern zusammengetragen und daraus Freuds Leben rekonstruiert.

Matthew hatte bisher niemanden außerhalb seiner Familie getroffen, der so viel über seinen Urgroßvater wußte. Er nahm Christiane mit zu Empfängen im Freud Museum London. Dort lernte sie u.a. John Cleese, Jamie Lee Curties und Kevin Kline kennen, als sie dort den Filmstart von „Wilde Kreaturen“ feierten. So kam es, daß Christiane von Zeit zu Zeit von Filmemachern eingeladen wurde, für Dokumentar- und Spielfilme, in denen Sigmund Freud die Hauptperson war, seine Kleidung zu gestalten. Das konnte sie sehr authentisch, denn ihr Vater hatte eine große Sammlung von Fotos aus fast allen Lebensphasen Sigmund Freuds. Sie brauchte ihn also nur zu fragen, welchen Anzug Sigmund Freud zu z.B. seinem 83. Geburtstag am 6. Mai 1939 trug.

So widmete Christiane einen großen Teil ihrer Zeit Sigmund Freud. Nach dem Tod ihres Vaters im Januar 2012 widmet Christiane sich wieder mehr ihren ursprünglichen Interessen. Die Periode in der Freud ihr Hauptgegenstand war, bleibt für sie jedoch eine wichtige Erfahrung in ihrem Leben.

 

Text Christfried Tögel

 

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